Die Stadt Gioia Tauro befindet sich im Süden Italiens, in der Provinz Kalabrien, nicht weit entfernt von Sizilien. Es ist eine wichtige Hafenstadt. Der Hafen von Gioia Tauro ist der zweitgrößte Seehafen in Italien und gleichzeitig der siebtgrößte Containerhafen in Europa.
Anfang der 1970er Jahre wurde der Hafen als Industriehafen für die Eisen- und Stahlindustrie errichtet. Die Regierung Italiens plante im Jahr 1994 den Ausbau des Hafens für Containerschiffe. Es wurden Containerterminals errichtet. Bereits 1995 konnte dort das erste Containerschiff abgefertigt werden. Seitdem ist ein unaufhaltsames Wachstum des Hafens zu verzeichnen. Die Zahl der abgefertigten Schiffe und der umgeschlagenen Container vervielfachte sich. Das Medcenter Container Terminal dient der Abfertigung von Schiffen aus mehr als 60 Häfen des Mittelmeerraumes und des Schwarzen Meeres. Das Terminal umfasst eine Fläche von 1.600 km². Die Kailänge des Hafens beträgt 3,4 km.
Die Lage der Stadt ist ein wichtiges Kriterium für die Entwicklung des Hafens, denn Gioia Tauro liegt zwischen Suez und Gibraltar und damit an einer der bedeutendsten Seefahrtsstraßen in Europa und der Welt. Aufgrund des gestiegenen Schiffsverkehrs und der höheren Anforderungen an den Containerumschlag wird der Hafen erweitert. Das Hafenbecken wird vergrößert, damit mehrere Schiffe gleichzeitig ein- und ausfahren können. Für Schiffe mit großem Tiefgang wird das Hafenbecken auf eine Tiefe von mehr als 18 m ausgebaggert. Auch die umliegenden Werften sollen ausgebaut werden.
Der Hafen von Gioia Tauro geriet im Jahr 2006 in die negativen Schlagzeilen. Die italienische Polizei vermutete, dass ca. 80 % des Kokains aus Kolumbien über diesen Hafen nach Europa gelangen würden. Der Hafen gilt auch als Umschlagplatz für den illegalen Waffenhandel. Die italienische Mafia, die Ndrangheta, ist ebenfalls im Hafen von Gioia Tauro ansässig. Erst vor wenigen Wochen wurden sieben Tonnen Sprengstoff im Hafen gefunden, der im Iran hergestellt wurde und nach Syrien verschifft werden sollte. Milchpulver galt als Tarnung für den Sprengstoff, der auf einem Schiff, das unter liberianischer Flagge fuhr, gefunden wurde.