Noch relativ neu ist der Hafen Tanjung Pelepas in Malaysia. Er wurde erst im Oktober 1999 eröffnet und gehört bereits zu den 20 bedeutendsten Häfen der Welt. Jahr für Jahr kann der Hafen eine beachtliche Steigerung seines Güterumschlags verzeichnen. Der Hafen befindet sich nördlich von Singapur, das über den größten Hafen der Welt verfügt, und liegt an der Mündung des Pulai-Flusses. In knapp zwei Jahren nach seiner Gründung wurden im Hafen bereits eine Million Standardcontainer umgeschlagen. Im Jahr 2006 wurden 4,7 Millionen Standardcontainer umgeschlagen, im Jahre 2007 konnte sich der Güterumschlag auf 5,5 Millionen Standardcontainer steigern, was etwa einer Steigerung um 15 % entspricht. Im Jahr 2009 wurde ein Umschlag von 6,2 Millionen Standardcontainern verzeichnet.
Derzeit verfügt der Hafen Tanjung Pelepas über 10 Liegeplätze. Ist der Hafen mit einer Kailänge von 3,6 Kilometern noch recht klein, so ist er trotzdem für den weltweiten Handel von großer Bedeutung. Etwa 150.000 Standardcontainer können auf einmal im Hafen gelagert werden. Zur Abfertigung der Containerschiffe verfügt der Hafen über 44 Kräne. Die Kapazität des Hafens beträgt zur Zeit jährlich 9 Millionen Standardcontainer. Wird der Warenumschlag weiterhin gesteigert, stößt der Hafen bald an seine Grenzen. Daher ist eine Erweiterung des Hafens geplant. Die Küstenlinie soll um mehr als 1,4 km verlängert werden. Die Kapazität soll künftig verdoppelt werden, so ist in Zukunft ein Warenumschlag von 12 Millionen Standardcontainern im Jahr möglich. Im Hafen sind derzeit etwa 5.000 Mitarbeiter beschäftigt. Von Anfang an ist der Hafen mit modernster Technik ausgestattet, die auch die aktuellste IT-Technik einschließt.
Der Hafen ist zwischen 15 und 19 Meter tief. Er ist mit einem Wendebecken ausgestattet, das 720 Meter lang ist und Schiffen unterschiedlicher Größen Wendemanöver ermöglicht.
Der Hafen verfügt über gute Verkehrsanbindungen. Eisenbahnen und Straßen ermöglichen den Transport der Waren in das Landesinnere. Bereits jetzt stellt der Hafen eine Konkurrenz zum weitaus größeren Hafen in Singapur dar.
20. Buenos Aires
Buenos Aires wurde bereits im Jahr 1536 als Hafenstadt gegründet. Ein wichtiger Aspekt für die Gründung als Hafenstadt sollen die günstigen Winde gewesen sein, die letztendlich der Stadt den Namen gaben. Buenos Aires bedeutet auf Deutsch etwa „Gute Lüfte“. Daher kann der Hafen auf eine lange Geschichte zurückblicken. Noch heute ist Buenos Aires eine bedeutende Hafenstadt. Günstige Verbindungen in das Binnenland bietet der Rio de la Plata, die Mündung der Flüsse Rio Paraná und Rio Uruguay in den Atlantik. Auch ein Flughafen ist nicht weit vom Hafen entfernt. Eisenbahnlinien, Straßen und ein Busbahnhof sind weitere wichtige Anbindungen des Hafens in das Landesinnere.
Das Hafengebiet von Buenos Aires verfügt über Tiefen von weniger als 20 m. Für Schiffe mit großem Tiefgang wurden künstlich ausgebaggerte Fahrrinnen geschaffen. Dies ermöglicht die Abfertigung großer Containerschiffe und Tanker. Der Rio de la Plata und weitere an den Hafen angrenzende Wasserstraßen sind bereits sehr stark verschmutzt, sodass sich in ihnen kaum noch Leben befindet. Der Hafen von Buenos Aires ist der wichtigste Seehafen in Argentinien. Die wichtigsten Hafenanlagen befinden sich im Gebiet von Puerto Nuevo. Die Hafenanlagen und Schiffsbecken, die sich entlang der Küste und des Rio de la Plata erstrecken, umfassen etwa eine Länge von 8 Kilometern. War noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts Puerto Madero das Zentrum des Hafens, verlor es aufgrund der immer größer werdenden Schiffe mehr und mehr an Bedeutung. Dieses Gebiet, das künstlich errichtet wurde, galt zu seiner Fertigstellung im Jahr 1897 als technisches Meisterwerk. Es war jedoch bereits zehn Jahre später technisch veraltet. Die Regierung beschloss, in dieses Gebiet zu investieren. Inzwischen haben sich dort Unternehmen, Kaufhäuser und Hotels angesiedelt.
Buenos Aires ist nicht nur ein wichtiger Knotenpunkt für den Containerumschlag und damit für den Import und Export. Viele Kreuzfahrtschiffe legen im Hafen von Buenos Aires ebenfalls an und ab. Eine Fähre und ein Schnellboot verbinden Buenos Aires mit Montevideo und Colonia del Sacramento in Uruguay.